»Das bekommen wir Gin.«

Zwar kein/e wirkliche/r KundIn, aber ein einzigartiges Realprojekt bietet uns Studierenden der Meisterklasse die Möglichkeit, verschiedenste Packagingdesigns für Gin zu gestalten. Der wohlriechende Wacholderschnaps mit unverwechselbarem Aroma ist unverzichtbarer Bestandteil verschiedener Cocktail- und Longdrink-Rezepturen, wie etwa dem beliebten Negroni oder dem klassischen Gin-Tonic. Und auch James Bond verfällt den Reizen dieses verführerischen Tropfens.

Der Wettbewerb

Der European-Lable-Award des Verpackungsproduzenten Etivera findet dieses Jahr unter dem Titel »be original« statt und prämiert die kreativsten Ideen für ein Gin-Etikett. Durch die vielfältigen Produktionsmöglichkeiten des Unternehmens werden den Entwürfen auch in der späteren Produktion kaum Grenzen gesetzt: Die SchülerInnen können auf bis zu sieben Farben, auf Materialien wie Papier, Kunststoff oder Metallfolien und verschiedenste Veredelungsmöglichkeiten wie Heißfolienprägung, Laminierung, Siebdruck oder Reliefprägung zugreifen. Den der Gin soll vor allem eines: Sich an der Bar abheben.

Hier finden sich vier vorläufige Entwürfe der einfallsreichen Etiketten, welche die Studierenden der Meisterklasse ins Rennen schicken:

Der Knallige

Auf moderne Typographie, eine individuelle Stanzung und beeindruckende Schmuckfarben setzt Paul Neuburger mit seinem Entwurf »Beachy Head«, welcher den Spitznamen der hellweißen Kreidefelsen im englischen Dover aufgreift – dem Land, aus dem die Spiritouse stammt. Die Landschaft der Küste Großbritanniens wird abstrahiert und bildet einen angenehmen Kontrast zur Illustration eines Wacholderzweiges. Sogar der Inhalt der Flasche interagiert mit dem Etikett – und gibt den BetrachterInnen viel zu entdecken.

Der Knallige von Paul Neuburger

Der Klare

Der Entwurf von Marlene Gahleitner basiert auf der reduzierten Illustration eines Stilllebens, dass mit einem alten Mythos der Gin-Produktion spielt: Vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde insbesondere zu Zeiten der Prohibition in den USA im Badezimmer des Eigenheims Gin gebraut – der Bathhub Gin. Dieser geschichtsträchtige Hintergrund geht eine Symbiose mit den klaren Linien und satten Farben der modernen Vektorgrafik ein. Ein Entwurf, der mit allen Wassern gewaschen ist.

Der Klare von Marlene Gahleitner

Der Klassische

Einen klassischeren Ansatz für die Gestaltung des Gin-Etiketts wählte Lena Neubauer, deren serifenlose Linear-Antiqua durch die transparente Folie so wirkt, als ob sie direkt auf die Glasflasche gedruckt wäre. Die kontrastreichen Farben und die abstrahierten Wacholderzweige spielen mit dem farblosen, reflektierenden Gin, der sich in der Flasche befindet. Dieser Entwurf ist klar, reduziert und einzigartig – und erfüllt damit die Ansprüche an eine moderne, aber auch klassische Ästhetik.

Der Klassische von Lena Neubauer

Der Künstlerische

Für einen völlig anderen Ansatz entschied sich Victoria Hainz, welche zu Beginn sogar mit der Idee spielte, für die Illustration den Stil eines Ölgemäldes aufzugreifen. Die verspielten Skizzen werden nun im modernem Flat-Design in sommerlichen Orange- und Rottönen umgesetzt und verleihen damit der Komposition aus Sonnenuntergang, Urlaubsflair und bunten Vögeln noch mehr Ausdruck. Der Entwurf »Waterloo Sunset« wird mit Heißfolienprägungen veredelt und abgerundet.

Der Künstlerische von Victoria Hainz

Bis zur Einreichfrist werden diese Entwürfe noch feingeschliffen und perfektioniert – und vielleicht noch an dem einen oder anderen Gin zu Recherche- und Inspirationszwecken genippt. Cheers!

Text von Madlen Dorfner