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MKD meets NEXTCOMIC 21

Apr 2021 | Meisterbrief, Madlen Dorfner, Pascal Stütz, Paul Neuburger

Das NEXTCOMIC-Festival geht 2021 unter dem Motto »next family« in die 13. Runde und zum dritten Mal ist die MKD mit einer eigenen Ausstellung mit von der Partie. Unter dem Titel »Felix sieht Familie« präsentieren wir wieder eine Zusammenstellung von Augmented-Comics, welche analog im Ars Electronica Center und im OÖ Kulturquartier sowie erstmals auch online ab 30. April zu erleben sein werden. Doch wer ist eigentlich dieser Felix? Und was hat es dabei mit Liesel und ihrem Wiesel auf sich?

Die Kooperation mit NEXTCOMIC ist auch dieses Jahr wieder ein wahres »Marathon-Projekt«. Es stellt eigentlich das Einzige dar, welches sich wirklich annähernd zur Gänze über beide Semester der Meisterschule streckt. Dabei fordert es in den verschiedenen Stufen der Vorbereitung nicht nur laufend Zuwendung, durch die Anforderungen einer derartigen Teilnahme wird auch ein großer Teil an einschlägigen Bereichen abgedeckt.

Von der Planung und Konzeption über die eigentliche Kreation der Comics, Pressearbeit, Bewerbungskampagne sowie die Ausstellungsgestaltung bis hin zur technischen Abwicklung – alles vor dem Hintergrund einer realen Umsetzung, welche neben den Arbeiten auch die Schule repräsentiert. Und obwohl einige Studierende in der Illustration nicht unbedingt ihre Muse sehen, bietet das Projekt so für alle Interessierten trotzdem einen einzigartigen und spannenden Charakter, der im Ausbildungskontext sonst kaum zu finden ist.

Familie der Zukunft

Das traditionelle Familienmodel durchläuft einen Wandel. Alleinerziehende Eltern und Patchwork- oder auch Regenbogenfamilien stellen dabei erst nur einen Teil neuer gesellschaftlicher Zusammenschlüsse dar. Die »Familie«, als zusammengehörende soziale Gruppe, welche sich gegenseitig Sicherheit gibt, definiert sich so neu und kommt in verschiedensten Formen zum Ausdruck. Das NEXTCOMIC-Festival widmet sich 2021 dieser Entwicklung und »präsentiert Comics, Cartoons, Mangas und Illustrationen zu den unterschiedlichen Vorstellungen und Ideen der next family«.

Felix, who the fuck is Felix?

Ähnlich wie die Niederländer der Band Gompie in ihrer Version von Living Next Door to Alice, kann man sich die durchaus berechtigte Frage stellen: Wer ist eigentliche dieser Felix? Nun ja um dies zu beantworten müssen wir zurückreisen anno 2020, zur Zeit kurz vor der Ausrufung des 2. Lockdowns. In den Hallen der MKD befand man sich dazumal mitten in der Erarbeitung eines Konzeptes für die Teilnahme an der nächsten Auflage des NEXTCOMIC-Festivals. Die große Frage: Wie lassen sich bis zu 30 unterschiedlichste Comics wieder inhaltlich verknüpfen? Es liegt auf der Hand, dass Familie der Dreh- und Angelpunkt ist. Doch es war ja das Ziel, auch ein eigenes Narrativ für die Ausstellung der MKD innerhalb des next family Kontextes von NEXTCOMIC zu schaffen, welches eigenständig agiert und gleichzeitig trotzdem auch noch ins Festival integriert funktioniert. Wie diese Frage nach langen Diskussionen gelöst wurde und warum schlussendlich ein Wimmelbild Teil der Ausstellung wurde, erfahrt ihr im Beitrag Das Große Ganze.

Entwickelt für den Zweck eines einheitlichen Erscheinungsbildes und damit einhergehend den crossmedialen Einsatz bildet es das Key-Element in Bewerbung und Ausstellungsdesign.
Gepaart mit der Idee, Teile des Wimmelbildes konkret zu benennen, entstanden zudem Charaktere, die den gezielt unschuldigen Charakter des visuellen Auftritts unterstützen und die direkte Kommunikation mit den Betrachtenden verstärken sollen. Und so begab es sich, dass Felix, der auf das Wesentliche bedacht ist und im Ganzen die Familie sieht, sich aus Haufen an Notizzetteln erhob.

Hin und Her, oder:
Die mittlerweile altbekannte Planungsschwierigkeit in Pandemien

Das uns immer eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der näheren Zukunft begleiten und das Comic-Festival keine Ausnahme sein wird, war bereits seit dem ersten Tag mehr als klar. Wenn man dann konkret damit konfrontiert wird, ist es jedoch nochmal ein anderes Paar Schuhe. Besonders wenn man in dem Bereich noch Tannennadelgrün hinter den Ohren ist. So war es im Ausstellungsdesign, neben der eigentlichen Gestaltung, eine Herausforderung, flexibel zu bleiben und sich laufend an verändernde Bedingungen anzupassen. Findet die Ausstellung statt? Und wenn – wann, wo und wie?

Unter anderem wurde der Beginn um gut ein Monat nach hinten verlegt, wodurch wiederum räumliche Schwierigkeiten entstanden, da im Ars Electronica Center (AEC) im eigentlich angedachten Bereich schon eine andere Ausstellung geplant ist. Dadurch wurde das Ausstellungskonzept über den Haufen geworfen und ein neues, noch flexibleres erstellt. Dieses findet nun auch im Festivalzentrum Anwendung, da die MKD Ausstellung im Laufe der Vorbereitungen noch um einen Bereich im OÖ Kulturquartier erweitert wurde.

Um zumindest eine Alternative für einen eventuellen Totalausfall bieten zu können, haben wir daher ergänzend auch eine digitale Ausstellung entwickelt, die auch ihre besonderen Ansprüche an uns stellte: Abstand halten leicht gemacht.

Produzieren, Produzieren, Produzieren

Aktuell läuft die finale Phase vor der Eröffnung und die intensive Bewerbung sowie die Produktion der Ausstellung sind gestartet. An allen Ecken, von Drucksorten bis zu Ausstellungstischen, wird dabei möglichst selbst Hand angelegt, um in gepflegter Studentenmanier die Kosten so weit es geht zu drücken. Dazwischen ärgern wir uns über die Eigenheiten mancher Lieferdienste mit schwarzen Wagen und goldenem Wappen, schielen bereits mit anderthalb Augen auf das MKD-Event und sind einfach gespannt darauf, ob ihr die fertige Ausstellung besuchen könnt.

Ob in Person im AEC und im OÖ Kulturquartier, oder digital unter www.mkd.at/NEXTCOMIC21/, wir freuen uns!

Text von Pascal Stütz
Beitragsbild von Madlen Dorfner, Paul Neuburger & Pascal Stütz

Links:
nextcomic.org/nextcomic-2021/