Auf Trab bleiben

Im ersten Lockdown haben wir begonnen, Bananenbrot zu backen, haben der lauen Frühlingssonne entgegengeblickt und haben uns auch vorgenommen, uns mehr Zeit für uns selbst zu nehmen. Diese Entschleunigung, ja gar das Gefühl, dass die Welt kurz innehält, war ein beinahe willkommenes Durchatmen in dieser immer schneller werdenden Zeit.
Doch gerade nach unserem neuen Anfang in der Meisterklasse hat uns der zweite Lockdown etwas aus der Bahn geworfen. Wir sind mit Schwung und Motivation ins Jahr gestartet, haben uns hohe Ziele gesteckt und wollten noch höher hinaus – wir wollten uns die Welt ansehen und Dinge anders angehen. Doch der Wechsel der Lokalitäten – von der uns geliebten Blumau hin zum eigenen Schreibtisch – war eine Verschiebung, die dieses Mal drohte, uns ein zu bremsen. Die Frage in diesem Herbst war die selbe, aber doch irgendwie anders. Wie schaffen wir es, auf Trab zu bleiben?

Der Meisterbrief teilt seine besten Empfehlungen, für Inspiration, Motivation und allem zwischendrin.

BUCH »MACH WAS DU WILLST«

Die beiden Stanford Professoren Bill Burnett und Dave Evans verlassen den ausgetretenen Pfad der klassischen Kreation
und erklären in ihrem Buch »Mach was du willst« den Ansatz des Design Thinkings. Dieser soll – richtig umgemünzt – nicht nur im Entwurfsprozess – sondern auch bei Karrierewünschen und Lebenszielen langfristig zum Erfolg führen. Empathie zeigen, Probleme und Ziele erfassen, ungewöhnliche Ideen sammeln, Prototypen bauen und einen Test starten – und sollte das Ergebnis nicht dem gewünschten Ideal entsprechen, einfach noch einmal von ganz vorne beginnen. Was irgendwie de- motivierend klingt, bringt dich bei korrekter Auslegung nicht nur auf die richtige Bahn, sondern ermöglicht mehr Freiheiten und kreativere Lösungsansätze. Der erste Schritt in die richtige Richtung: Lesen & Prototypen des Lebens bauen!

Jetzt bestellen unter: Mach, was du willst auf Thalia

TED-TALK »HAPPINESS BY DESIGN«

Eine willkommene Aufmunterung bringt der bekannte Grafiker Stefan Sagmeister mit seinem Ted-Talk »Happiness by Design« in die heimischen Büros. Dieser beschäftigt sich nicht mit seiner eigenen Ausstellungen, sondern mit einigen Beobachtungen, die den gebürtigen Österreicher fröhlich stimmen. Neben einer berufsbedingten Reise nach China erzählt er auch über eigene, glückliche Momente seines Lebens, wie diese mit Design zu tun haben und verrät dabei ein Geheimnis hinter einiger seiner Werke. Ein gelungener Vortrag, der motiviert, inspiriert und uns zeigt, warum wir das was wir machen, gerne machen.

Ansehen unter: Ted-Talk: Happiness by Design

WEBSITE »ZOO CLOUD«

Seien es Filmchen mit süßen Katzenbabys oder die ungewollt lustigen Zwischenfälle im Leben eines Hauskaters: Studien zeigen, dass sich Menschen nach dem nach dem Betrachten von Cat Content gemeinhin „positiver gestimmter“ fühlen, Stress und Angst werden reduziert. Das Gefühl der Freude überstimmt sogar den Gedanken, dabei Zeit zu verschwenden,
so Forscher. Und um etwas Abwechslung in unsere liebste Ablenkung zu bringen, sammelt The Pudding täglich Livestreams verschiedener Zoos weltweit – und stellt sie uns in einem virtuellen Cloud Zoo vor. Und wir müssen zugeben: Die Koalas im Zoo San Diegos beim Schlafen zu beobachten, stellt den Videos unserer geliebten Stubentiger ernstzunehmende Konkurrenz dar.

Mehr unter: Pudding – Cloud Zone

Text und Bild von Madlen Dorfner

Aller Anfang ist schwer

Manchmal dauert es etwas, bis die Steine ins Rollen kommen. Daher sollte man sich einfach mal die nötige Zeit nehmen, um Gedanken zu ordnen und Ideen Hand und Fuß zu verleihen. Mit dieser Collage aus Geistesblitzen, spontanen Ideenfragmenten und noch unausgereiften Einfällen geben wir einen kleinen Einblick in die kreativen Köpfe der MKD21.

Text und Bild von Melanie Reisenberger

Jeder Anfang hat ein Ende

Anfänge sind oft herausfordernd und anspruchsvoll. Wenn im Alltag, im Job oder in der Ausbildung Neues beginnt, kann dies zermürbend oder spannend sein und schwer, aber vielleicht auch leicht fallen. So gut wie alle Anfänge haben jedoch eines gemeinsam, sie brauchen ein Ende.

Warum der Anfang der Meisterschule für Kommunikationsdesign 2021 gleich mehrere Enden forderte, ist in dieser ersten Aussendung unseres monatlichen Newsletters zu erfahren, der über den aktuellen Status Quo in der Blumau berichtet, aber auch interessante Themen in die Inbox bringt, mit denen wir uns gegenwärtig näher auseinandersetzen.

Zu allererst muss meist etwas enden, bevor überhaupt Neues beginnen kann. Im Fall der Meisterschule sind so 30 frische HTL- bzw. Kolleg-Absolventen in die Klasse eingezogen, um sich ein weiteres Jahr zusätzliches Wissen und Erfahrung hinsichtlich visueller Gestaltung anzueignen. Des Weiteren muss alles was beginnt irgendwann enden und so ist gewiss, dass wir im kommenden Frühjahr bereits die Tische für den nächsten Jahrgang räumen. Doch abseits des Philosophierens über den Lebenskreislauf der MKD, ereilte uns aufgrund der aktuellen Situation bereits ein weiteres, früheres Ende. Gerade wo der Beginn erst so richtig begonnen hatte.

Nach kurzem Kennenlernen der vier Wände in der Blumau, Einarbeiten in die ersten Projekte und natürlich auch Lokalisieren des umliegenden, gastronomischen Angebots, fand das Leben in »der Blumau« schon wieder einen jähen Stillstand. Verschärfungen der Covid-19-Maßnahmen schickten uns wieder in ein altbekanntes, vielleicht schon leicht verdrängtes »Homeschooling« und aus dem Angesicht-zu-Angesicht-Arbeiten wurde wieder ein Angesicht-zu-Kamera-zu- Prozessor-zu-WLAN-Router-zu – und so weiter – zu-Angesicht-Arbeiten.

Das ein Office im Home aber auch seine Vorteile hat, konnte man bereits im Frühjahr feststellen und so versuchen wir nun die restlichen Nachteile ebenfalls möglichst positiv zu sehen sowie zu unserem Vorteil zu gestalten. Der Publizist Willy Meurer teilte uns bekanntlich einmal mit:

»Kreativität ist nichts anderes, als eine ausgebaute Straße zu verlassen, um neue Wege zu suchen.«

So ist es für entstehende Arbeiten vielleicht in einer gewissen Hinsicht gar nicht so schädlich, die gewohnte Schaffungsstätte zu verlassen? Man muss anmerken, dass die asphaltierte Verkehrsfläche am Musiktheater namens Blumauerstraße nicht nur ausgebaut, sondern wirklich schön und der alte Blumenladen, der die MKD behaust, nicht nur tageslichtarm sondern auch irgendwie reizend ist. Eventuell kurbelt es jedoch Projekte an, den vertrauten Arbeitsprozess gezwungenermaßen abzuwandeln und es entstehen Ergebnisse, die in unserer gewohnten »Normalität« nie den Weg ans Licht geschafft hätten. Anpassung, Optimierung und Schaffung von Alternativen fördern einen besonderen kreativen, zuvor vielleicht kaum denkbaren Output, auch wenn wir es »dem Virus« nie danken werden.

Denn Veränderungen sind dennoch, so optimistisch man sie sieht, am Ende des Tages oft unangenehm. Was die Meisterschule betrifft, so stimmt dabei positiv, dass bereits der letzte Jahrgang diese Herausforderung in einer ähnlichen Form nicht nur meisterte, sonder an ihrem Ende eine großartige Arbeit vorweisen konnte. Dies soll jedoch nicht nur der MKD21 Zuversicht geben. Wenn man sich von Einstein inspirieren lässt, so ist keine Hürde unüberwindbar, aber vielmehr gibt es eine gewisse Sicherheit zu wissen:

»Inmitten der Schwierigkeit liegt die Möglichkeit.«

Am Ende dieses Beitrags liegt unser zweites Ende, vom aktuellen Zeitpunkt betrachtet, noch in ferner Zukunft. Zumindest wenn die immer gegenwärtigen Deadlines einmal kurz außer Acht gelassen werden. Aber wer kann schon sagen was noch kommen mag? Ein weiteres Ende oder ein neuer Anfang? Man kann sich nur sicher sein, dass sowohl die Meisterschule, als auch der Rest der Welt, weiter ihren Lauf nehmen werden. Denn wie jeder weiß – und David Carson freundlicherweise einmal für uns alle festhielt:

»Graphic design will save the world right after rock and roll does.«

Text und Bild von Pascal Stütz

MKD und der Wald

Als Jahrgangsleiter der Meisterschule für Kommunikationsdesign des Schuljahres 2020/21 gab ich zum Start des Jahres ein Thema vor um die sich die entstehenden Arbeiten drehen sollen. Das gewählte Thema ist „Wald“.

Zugegeben: ein recht offenes Thema. Allerdings auch eines, dass über intensive Auseinandersetzung und Bearbeitung die Möglichkeit bot, die unterschiedlichen Projekte zusammenzufassen und ihnen konkrete Formen zu geben. Die ersten Recherchen dafür zeigte die Weite der Thematik, plötzlich tauchte der Wald so gut wie überall auf: Holz und Papier, Waldbaden und Waldbrände, Outdoor und Survival, Borkenkäfer und Harvester, Holzhütte und Ultralight-Wandern. Viele der Themen schienen aber auch recht gut aufgearbeitet und abgehandelt. Erst beim zweiten Blick zeigt sich das Zeitgenössische am Thema Wald: die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, die Forderung nach mehr Bäumen in der Stadt, das Angreifen der Rinde statt der Wischbewegung am Display – also Unter-Themen, die eine nähere Betrachtung fordern.

Als Gerüst für die umgesetzten Arbeiten in diesem Jahr dienen Interviews mit Forschenden, Agierenden und Experten des Waldes. Dazu entstehen grafische, illustrierte, animierte und gefilmte Arbeiten, welche zum Abschluss auch in einer Publikation veröffentlich werden.

Das alles ist der grobe Fahrplan für die MKD21. Jedoch: so unterschiedlich die 30 Studierenden sind, werden sie aus meinen Plänen ihre eigenen Pläne machen, werden Wege und Umwege beschreiten, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen und ihre individuellen Ziele zu den Zielen aller machen. Und das ist gut so.

Klaus Taschler, Nov. 2020